BEEP, BEEP!

1969er Plymouth Road Runner

Es gab in der Geschichte der Muscle Cars wohl keinen besseren Marketing Deal als den von Plymouth mit Warner Brothers. Der aus den Cartoons bekannte Road Runner sollte der Namenspate für Plymouth‘s Pendant zum Dodge Charger werden. Und was passte besser zu einem schnellen Auto als ein am Boden lebender Kuckuck, der schnell laufen konnte?

Der Road Runner kam im 1968er-Modelljahr und basierte auf den biederen Belvedere Modellen und kam als zweitüriges Coupe mit und ohne B-Säulen sowie als Cabriolet (ab 1969). Unter der Haube des Roadrunner steckte aber keinesfalls ein ächtzender Reihensechser oder Mopar Small Block! Der Road Runner kam stets mit Big Block – beginnend mit einem 335 PS starken 383er mit Vierfachvergaser. Dazu standen ein 440er mit Vierfachvergaser (375 PS) oder Sixpack (3 Doppelvergaser, 390 PS) und der 426-ci Hemi-V8 mit 425 PS zur Auswahl. Serienmäßig gab es ein Viergang-Schaltgetriebe, optional eine Dreigang-Automatik. Die Ausstattung der Road Runner Modelle war spartanisch, sowohl technisch – Scheibenbremsen vorne gab es nur gegen Aufpreis und nur in Kombination mit einem Bremskraftverstärker, als auch optisch, denn der Road Runner kam mit schlichter Sitzbank vorne, kaum Extras und wenig Chrom-Trimm. Dafür klebten an den Türen und Kofferraumdeckel kleine (reflektierende) Road Runner-Aufkleber bzw. Embleme.

Der Road Runner war ein Auto für den preisbewussten Muscle Car Fan. Der Einstiegspreis lag 1969 bei gerade einmal 2.945 Dollar für das Coupé mit B-Säulen (das Hardtop kostete 138 Dollar mehr). Rund 85.000 Kunden konnte Plymouth im 1969er Modelljahr für den Road Runner gewinnen, eine davon kaufte ihren Wagen mit 29 Jahren. Die Kalifornierin gab damals ihren 1962er Chevrolet in Zahlung. Bis zum Jahr 2012 blieb die Dame ihren Road Runner treu – als 72-jährige Rentnerin verkaufte die Amerikanerin schließlich ihr Muscle Car – zusammen mit einer ausführlichen Dokumentation über jede Investition – an Sascha Kleinert aus Aspach.

Text: Thomas Frankenstein
Fotos: Dejan Marinkovic

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