Bespoke Mustang

Ford Mustang Convertible
Seitdem er 17 war hatte Elmar von einem Mustang geträumt, Classics Reloaded stellte den maßgeschneiderten Traumwagen auf die Räder.

1966 Ford Mustang Convertible

Pony-Car-Klassiker nach Maß

Er lief millionenfach vom Band und doch ist er einzigartig: Ein Volltreffer wie der Mustang gelang keinem anderen Hersteller. Selbst mehr als 50 Jahre nachdem die Produktion begann, könnte Ford vermutlich jedes Jahr einige Tausend Einheiten des Ur-Modells absetzten. Dessen Produktion lief 1966 allerdings aus. Liebhaber des frühen Pony Cars können daher nicht einfach beim nächsten Ford-Händler ihre Traumauto ordern. Dafür kann die Firma Classics Reloaded à la Carte restaurierte Pony Cars liefern. Dabei stehen den Kunden sogar noch mehr Optionen offen, als den damaligen Neuwagenkäufern.

Der Mustang: Zeitlos

Auch Elmar Ehm ist von den ersten Mustang-Jahrgängen begeistert: Die zeitlose Form des 2+2-Sitzers, in Verbindung mit einem starken V8, davon träumte er seit seinem 17. Lebensjahr. Damals begann er bereits Geld auf die Seite zu legen, um sich seinen Wunsch eines Tages zu erfüllen. Vor gut zwei Jahren war der bewußte Tag dann endlich gekommen und Elmar schaute bei der Firma Classics Reloaded im österreichischen St. Pölten bei Wien nach einem Mustang um. Geschäftsinhaber Hans-Peter Zwetti hält im großzügigen Showroom stets eine Auswahl der sportlichen Fords auf Vorrat: „Für den Kunden stand fest, dass es ein 64 ½ – 66er Baujahr sein sollte, außerdem wünschte er sich unbedingt ein Convertible. V8 und Automatikgetriebe waren ebenfalls ein Muss.“

Nach der Besichtigung von Mustangs verschiedener Baujahre aus dem Classics-Reloaded-Bestand hatte Elmar das 1966er Modell als seinen Favoriten ausgemacht: Der Kühlergrill mit seinen feinen horizontalen Streben und das Armaturenbrett mit seinen fünf Rundinstrumenten hatten es ihm angetan. Auch den richtigen Farbton fand er mithilfe der Beratung von Hans-Peter Zwetti: „Die Lackierung sollte grundsätzlich aus der Original-Farbpalette kommen, schlussendlich fiel die Wahl auf ‚Sapphire Blue Metallic‘ in Verbindung mit einem schwarzen Innenraum.“ Zwar stand Sapphire Blue 1966 nicht in der regulären Mustang-Farbkarte, allerdings lackierte Ford das Pony Car auf Sonderbestellung in dem Thunderbird-Ton. Übrigens: Auch Carroll Shelby bot Sapphire Blue 1966 als Option für den GT350 an.

Modifikationen für den Alltag
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Der Mustang sollte keine „Garage Queen“ werden, Elmar plante den Mustang von Frühling bis Herbst regelmäßig zu fahren. Alltagstauglichkeit stand daher – ebenso wie sportliche Fahrleistungen – ganz vorne im Lastenheft des Projekts. Somit war auch klar, dass der Mustang nicht im Originalzustand aufgebaut werden würde: Modifikationen wie ein verbessertes Fahrwerk,Scheibenbremsen und ein AOD Viergang-Automatikgetriebe wurden in die To-Do-Liste eingetragen. Nachdem die Eckpunkte festgelegt waren, machte sich Hans-Peter ans Werk und forschte nach einem geeigneten Basisfahrzeug. In den USA wurde er fündig: er entdeckte ein unfallfreies V8 Convertible, das er sogleich im Container nach Europa verschiffen ließ.

Während man auf das Basisfahrzeug wartete, besprachen Elmar und Hans-Peter eine ganze Reihe von Ideen, die in das Projekt einfließen sollten. „Unter anderem kam das Thema Motorleistung auf“, erinnert sich Hans-Peter, „Zu Beginn sprachen wir von einer ‚klassischen‘ Leistungskur: Im Zug der Motorrevision sollten Schmiedekolben, eine scharfe Nockenwelle, eine Alu-Ansaugbrücke, ein Holley Vergaser und ein Fächerkrümmer verbaut werden.“ Dennoch wäre es mit dem 289er nicht ohne Weiteres möglich gewesen Elmars Vorstellungen gerecht zu werden: Ihm schwebten circa 350PS vor, die mit ‚Drehmoment satt‘ einhergehen sollten.

Mehr Hubraum! Ein Mustang für Langstrecken!

In diesem Fall lautete die Lösung: Mehr Hubraum! (Ist das nicht immer so?) Elmar entschied sich daher den Original-V8 gegen einen neuen 347-ci-Stroker-Motor zu tauschen: „Der Motor besteht aus hochwertigen Neuteilen namhafter Hersteller und wird von uns mit drei Jahren Garantie geliefert“, betont Hans-Peter. In Kombination mit dem Viergang-Automatic-Overdrive-Getriebe und dem Auburn-Limited-Slip-Differential sorgt der Stroker-Motor für mächtig Vortrieb und gerät auch bei Autobahntempo nicht außer Atem: „Dank dem kurzen ersten Gang der AOD konnten wir ohne Performance zu verlieren eine 3.08er Achsübersetzung wählen.“, erklärt Hans-Peter, “ Alles in Allem sind so Dauergeschwindigkeiten von 160 km/h bei 2500 U/min kein Problem. Somit eignet sich der Mustang auch für Langstrecken.“

Um die Dauerhaltbarkeit des Gesamtpakets zu garantieren wurde außerdem ein Ölwanne mit sieben Litern Volumen, sowie ein vierreihiger Alu-Wasserkühler verbaut. Für den richtigen Sound sorgt eine 2,5-Zoll-Doppelrohr-Auspuffanlage mit Trush-Schalldämpfern. Bevor jedoch die verbesserte Technik montiert werden konnte, musste erst die Karosserie in Schuss gebracht werden. Dazu wurde der Mustang zerlegt und ein in Drehgestell gesetzt. So konnte die Karosserie problemlos in jede gewünschte Lage gebracht und von allen Seiten bearbeitet werden. Lack und Unterbodenschutz wurden bis aufs blanke Metall entfernt, rostige Stellen sorgfältig herausgetrennt und mit frischem Blech versorgt.

Ford Mustang Convertible
Die Entscheidung zu Gunsten des 1996er Modells fällte Elmar nicht zuletzt wegen des Armaturenbretts mit den fünf Rundinstrumenten.
Neuer Lack fürs Pony Car

Nach der Grundierung und dem Lackaufbau wuchs der Mustang Stück für Stück wieder zu einem vollständigen Auto zusammen. Dabei wurden im Innenraum Verkleidungen des Deluxe Interiors in Holzoptik am Armaturenbrett verbaut. Ein Woodgrain-Steering Wheel rundet die Innenausstattung ab. Auch äußerlich verrät kein Detail die moderne Technik unter dem Blech: Magnum 500-Räder mit BF-Goodrch White Letter Tires und GT-Streifen passen zum zeitgenössischen Look des Mustang.

Lediglich wenn das Dach des Convertibles geschlossen ist, fällt Kennern eine Abweichung vom Originalzustand auf. Elmar wählte statt eines Vinyldachs ein Stoffverdeck, das den Mustang nicht nur edler wirken lässt, sondern auch als langlebiger gilt. Hans-Peter Zwetti fasst das Ergebnis des Restomod-Projekts wie folgt zusammen: „Alles in allem fährt sich der Mustang wie ein starker Sportwagen deutlich jüngeren Produktionsdatums, sieht aber genau so aus, wie ein schöner Mustang im Jahr 1966 eben aussah.“

Text: Frank Mundus
Fotos: Classics Reloaded

Auch interessant: First Mustang in the Wild

1966er Ford Mustang Convertible V8

Motor: Ford Smallblock OHV V8, Hubraumerhöhung auf 347ci, 5.686, 355 PS, Alu-Zylinderköpfe, Schmiedkolben, Custom-Grind-Nockenwelle, Edelbrock Vergaser, Long Tube Headers, 2,5“-Doppelrohr-Auspuffanlage
Getriebe: 4-Gang Automatikgetriebe Ford AOD mit Wandler Überbrückung, TCI-Streetfighter-Drehmomentwandler, Heckantrieb, Auburn-Sperrdifferential, Achsübersetzung 3,08:1
Vorderachse: Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern,Global West Schraubenfedern, Tieferlegung 1″, KYB-Teleskopstoßdämpfer, Poly-Buchsen, Addco-Querstabilisator
Hinterachse: Starrachse an Global West Performance Blattfedern, , Tieferlegung 1″, KYB Teleskopstoßdämpfer, Poly-Buchsen, Querstabilisator
Bremsen: Innenbelüftete Scheibenbremsen mit Vierkolben-Bremszangen vorn / Trommelbremsen hínten
Räder: Magnum 500 Stahlsporträder in 15″
Reifen: BF Goodrich „Radial T/A“ in 225/60 R 15
Sonstiges: Lackierung in Special Order Color „Sapphire Blue“, Sonnenland-Stoffverdeck, Mittelkonsole, Deluxe Interior mit Holzlenkrad

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