1956er Buick Special

1956er Buick Special Hardtop Coupe

Unbelievable Original

Buick Hardtop Coupe
Die Linien des Buick sind ganz großes 50er-Jahre-Autokino!

Nach über 60 Jahren noch wie neu: 1956er Buick Special Hardtop Coupe

Mario ist leidenschaftlicher US-Car-Fan. Dabei hat es ihm neben dem Fahren vor allem das Restaurieren angetan. Als ein neues Projekt anstand und parallel dazu die Familie wuchs, machte sich Mario auf die Suche nach einem Kult-Klassiker mit Platz für vier. Ein schicker Bel Air wäre ein Spitzenkandidat gewesen. Doch Mario suchte nach einer Alternative – und fand sie in Form seines Buick Special.

Flotter, von der Zierleiste betonter Hüftschwung. Originale Chromteile sind für dieses Modell praktisch unauffindbar.

Mario hatte gerade die Restauration seines 350er Shelby Mustang abgeschlossen, als ihm klar wurde: „Besitzen ist für mich nicht alles. Das Wiederherstellen eines Autos in den Originalzustand macht mir noch mehr Spaß.“ Also startete er die Suche nach einem neuen Restaurationsobjekt. Der zunächst angepeilte Sportwagen fiel aus dem Rennen, als Mario erfuhr, dass er zum zweiten Mal Vater wurde. Damit die ganze Familie an Marios Hobby teilhaben kann, musste also etwas „Geräumigeres“ her. Zudem gab es drei weitere Kriterien: Der nächste Wagen sollte aus den 1950ern stammen, selten sein, aber dennoch bezahlbar bleiben. Aus letzterem Grund schied ein Chevrolet Bel Air aus. Zudem traf Mario auf US-Treffen häufiger auf den kultigen Chevy, nach seinem Geschmack sogar zu oft. So rückte ein Buick in den Blick – und zwar ein ganz spezieller: „Ich wollte keinen 55er oder 57er. Es musste der 56er sein, denn der Flieger auf der Haube hat es mir einfach angetan.“

Die Suche nach seinem Wunschmodell erwies sich als schwierig. Mario fand zwar diverse „Restaurationsobjekte“, denen aber immer viele Zierteile fehlten. Die, das wusste Mario, sind extrem schwer aufzutreiben, für eine Restaurierung in den Originalzustand aber unverzichtbar. Also weitersuchen. Anfang 2016 stieß er auf ein privates Angebot aus den USA. Er kontaktierte den Verkäufer und war kurz darauf sprachlos: Der ursprüngliche Besitzer des Fahrzeugs war Buick-Vertragshändler. Den Special hatte er 1956 für sich und seine Frau bestellt, ihn aber seitdem fast ausschließlich als Blickfang in seinem Autohaus genutzt – 60 Jahre lang! Der Buick war in dieser Zeit regelmäßig gewartet und bewegt worden, trotzdem hatte der Tacho erst 86.060 Meilen angesammelt. Der Wagen war unfallfrei, und der originale Lack hatte bisher lediglich eine Auffrischung erfahren. Und die Zierteile? Waren natürlich alle da und glänzten Mario nur mit einem Hauch von Patina an.

1956 Buick Special
Modernes Zugeständnis an die deutsche Zulassung: Nolden-LED-Scheinwerfereinsätze. Die originalen Leuchten sind eingelagert. Der stilisierte Jet auf der Haube – für Mario eines der schönsten Details.

Im Originalzustang erhalten: Der 1956er Buick

Bedingung des Verkäufers war, dass der Wagen nicht „customisiert“ werden darf, womit er bei Mario offene Türen einrannte. Der schwor dem Verkäufer, dass er den Buick im Originalzustand erhalten würde. Auch beim Preis gab es kein Feilschen, und Mario griff zu. Wenig später wurde der Wagen über Miami nach Deutschland verschifft ­ – ein Job, den die Firma CRF Rinkens nach Marios Angaben absolut perfekt abwickelte.

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In Deutschland angekommen, wurden Marios Hoffnungen und Erwartungen an den Buick voll erfüllt: „Der Zustand des Fahrzeuges war der Knaller, und meiner Familie gefiel er auch auf Anhieb. Meine Tochter ist in den Buick regelrecht verliebt“, schmunzelt Mario. Also wird er sein erstes Auto sein, das niemals für ein anderes Platz machen muss.

Traumhaft schönes Cockpit mit einer Besonderheit: Gestartet wird mit dem Gaspedal … Auch die Sitzbänke weisen praktisch keine Gebrauchsspuren auf.

Eine Sache gibt es noch, die Mario besonders am Herzen liegt: Bei einem Bootsunfall erlitt der ehemalige Motorsportler ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, ist seitdem berufsunfähig und führt ein neues, anderes Leben. Er entschloss sich, die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems zu unterstützen. Sie hilft bundesweit Menschen, die auf dauerhafte Unterstützung angewiesen sind und ist zugleich ein Sprachrohr für pflegende Angehörige. Mehr dazu auf www.hannelore-kohl-stiftung.de.

Text: Bernd Bartels
Fotos: Patrick Meinhold

1956er Buick Special Hardtop Coupe

Seit Auslieferung an Bord: Nailhead-V8 mit 220 PS.

Motor: „Nailhead“-OHV-V8, 322 ci, 5.277 ccm, 220 PS bei 4.400 U/min, 433 Nm bei 2.400 U/min; Bohrung x Hub in mm: 101,6 x 81,3; Verdichtung 8,9 : 1; Zweifachvergaser, komplett original
Kraftübertragung: Zweistufen-„Twin Turbine“-Dynaflow-Automatikgetriebe, Hinterradantrieb, Achsübersetzung 3,2 : 1
Vorderachse: Einzelradaufhängung an oberen und unteren Querlenklern, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator, originale Servolenkung
Hinterachse: Starrachse an Mehrlenkeraufhängung, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer
Bremsen: originale Trommelbremsen rundum, originaler Bremskraftverstärker
Räder: originale 15-Zoll-Speichenräder
Reifen: American-Classic-Weißwandreifen in 215/75 R15
Karosserie: zweitüriges Coupe in unrestauriertem Originalzustand, originale Lackierung in „Claret Red“ (mit opalweißem Dach)
Interieur: Originalzustand

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