1958er Cadillac Series 62 Convertible

1985er Cadillac Convertible

More than just a car

1958er Cadillac
Besitzerin Kirsten liebt die Lebensart der 1950er Jahre und die tollen Begegnungen mit netten Menschen, die sie auf ihren vielen USA-Reisen erleben durfte.

Traumhafter Zustand, traumhafte Geschichte: 1958er Cadillac Series 62 Convertible

Ein Cadillac ist von Natur aus nicht einfach nur ein Auto. Im Fall dieses 1958er Convertible stimmt das nicht zuletzt auch wegen seiner Geschichte. Kirsten Delibas, die den Wagen seit 2011 besitzt, kennt seine Vergangenheit sehr genau und hat auch für seine Zukunft konkrete Pläne.

Diese Geschichte beginnt mit einer außergewöhnlichen „Probefahrt“: Kirsten, die schon immer und ausschließlich auf 58er Cadillacs abfuhr, kaufte an ihrem Geburtstag im Jahr 2011 den hier vorgestellten Cadillac von seinem US-amerikanischen Vorbesitzer. Kurz darauf flog sie mit ihrem Mann in die Staaten, um den Caddy persönlich zu übernehmen. Im Anschluss gingen die beiden mit ihrer Neuerwerbung auf eine ausgedehnte Testfahrt durch Massachusetts. Während der Cadillac schon den Weg nach Europa antrat, besuchten Kirtsen und ihr Mann New York, Detroit, Chicago und fuhren entlang der Route 66 bis zu ihrem Endpunkt in Santa Monica.

1958er Cadillac Series 62 Convertible
Das originale „Alpinweiß“ harmoniert perfekt mit dem roten Vinylverdeck.

Ikone des American Way of Drive: 1958er Cadillac Series 62 Convertible.

Heckflossen des 1958er Cadillacs.
Die Heckflossen des 58er Modells sind nicht die größten in der Cadillac-Geschichte, gehören aber definitiv zu den schönsten überhaupt.

Höchst interessant ist auch die Vorgeschichte dieses Autos. John Bellantoni aus Boston, Massachusetts, der das Fahrzeug an Kirsten verkaufte, war erst der zweite Besitzer. Davor lief der Wagen bei einer Margaret Coleman aus L.A., die ihr Convertible 2001 an John verkaufte. Der stellte beim Verkauf eine Bedingung: Kirsten musste versprechen, den Wagen nicht weiterzuverkaufen. „Johns Sohn ist ein sehr bekannter Opernsänger in New York, der das Hobby seines Vaters nicht mit ihm teilen konnte“, erklärt Kirsten. „Damit John trotzdem sicher sein kann, dass sein Cadillac in guten Händen bleibt, werde ich mein Versprechen auf jeden Fall einhalten.“ Tatsächlich verbindet die Familien Delibas und Bellantoni seit dem Kauf des Wagens eine echte Freundschaft.

Nachdem Kirsten und ihr Mann ihre „Traum-Probefahrt“ beendet hatten, wurde der Cadillac in einen Container verladen und per Schiff nach Deutschland überführt. „Fünf Wochen später durfte ich mein Schätzchen in Rotterdam unversehrt abholen“, erinnert sich Kirsten. „Die erste Fahrt auf europäischen Straßen war ein unbeschreiblich schönes Gefühl – so weich wie zuhause auf dem Sofa“. Auch Kirstens zahlreiche Kleider aus den 1950er Jahren fanden die perfekte Bühne.

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Der Cadillac befindet sich in einem sehr guten Zustand, der sich seit der Erneuerung des Interieurs im Jahr 2019 noch einmal verbesserte. Ansonsten legte Kirsten großen Wert darauf, den originalen Zustand ihres Convertibles zu bewahren. Sogar die originale Kontaktzündung ist noch an Bord. Und natürlich die Cadillac-typische Flut an Extras: Sitze, Fenster und Verdeck bewegen sich selbstredend elektrisch, Servo-Lenkung und -Bremsen gibt es ebenfalls, und selbst das originale Delco-Röhrenradio befindet sich noch an seinem Platz im Armaturenbrett.

1985er Cadillac
Hier von einem „Innenraum“ zu reden ist unangemessen. Vielmehr handelt es sich um die Ehrenlogo für einen nicht enden wollenden Film im Ultrabreitformat.

Wie wird es mit dem Caddy weitergehen? Da muss Kirsten nicht lange überlegen: „Wir hoffen, dass wir mit ihm noch unseren Traum verwirklichen können, die gesamte Route 66 von Chicago bis Santa Monica durchzufahren, bevor die Route endgültig überbaut wird.“ Auch ihrem Versprechen, den Wagen nicht zu verkaufen, wird sie treu bleiben: „Unsere Tochter Vanessa-Sarah, die unsere Liebe zu diesem Oldtimer teilt und ihn auch sehr gerne fährt, wird den Cadillac irgendwann als Geschenk erhalten. Darüber wird sich auch unser Schwiegersohn Martin freuen, der unser Hobby teilt und sehr gerne an dem Cadillac mitschraubt.“ Also findet die Geschichte von diesem außergewöhnlichen Auto auf jeden Fall ihre Fortsetzung.

Text: Bernd Bartels
Fotos: Ulrich Hoelzel

1958er Cadillac Series 62 Convertible

Motor: OHV-V8, 365 ci, 5.982 ccm, 320 PS bei 4.800 U/min; Bohrung x Hub in mm: 101,6 x 92,1; Carter-Vierfach-Vergaser, Doppelrohrauspuffanlage aus Edelstahl
Kraftübertragung: „Hydra-Matic“-Vierstufen-Automatikgetriebe, Hinterradantrieb
Vorderachse: Einzelradaufhängung an oberen und unteren Querlenkern, Schraubenfedern, Öldruckdämpfer, Querstabilisator
Hinterachse: Starrachse an Vierlenker-Führung, Schraubenfedern, Öldruckdämpfer
Bremsen: originale Trommelbremsen rundum, Bremskraftverstärker
Räder: originale Cadillac-Stahlräder mit verchromten Radkappen in 15″
Reifen: Firestone-Diagonal-Weißwandreifen in 8.20 H15
Karosserie: zweitüriges Convertible, komplett im Originalzustand, Lackierung in „Alpinweiß“
Interieur: rote Lederausstattung (restauriert/erneuert), roter Schlingenteppich, rotes Vinyl-Verdeck, elektrische Verdeckbetätigung, elektrische Sitzbank, elektrische Fensterheber, originale Frontlautsprecher, originales Delco-Röhrenradio

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