1962er Corvette Fuel Injection

Corvette Fuel Injection

1962er Chevrolet Corvette Fuel InjectionRoadster-Rarität:
Die 1962er Corvette Fuel Injection

Nur 1.918 Corvettes wurden 1962 mit der optionalen mechanischen Einspritzung gebaut.

General Motors gestaltete den Übergang von der ersten zur zweiten Corvette-Generation fließend, indem man die Heckpartie des neuen Modells bei den letzten beiden C1-Jahrgängen bereits vorwegnahm. Im letzten Modelljahr der Ur-Corvette debütierte schließlich eine neue Evolutionsstufe des Chevrolet Small Block mit nunmehr 327 ci, der auch als Standardantrieb der C2 diente. James Maxwell stellt die Details des letzten C1-Jahrgangs anhand dieser 1962er Corvette vor, die mit der raren Rochester-Benzineinspritzung ausgestattet ist.

Innenraum der Corvette Fuel Injection
Der Innenraum blieb gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert, lediglich die Längsnähte der Sitzbezüge waren jetzt bis zur Oberseite der Lehnen durchgezogen.

Das Modelljahr 1962 stellte das letzte Produktionsjahr für die erste Corvette-Generation mit ihrer starren Hinterachse dar. Eine Kombination von neuen und alten Stylingmerkmalen machte diese Autos einzigartig: Front und Seiten entsprachen nach wie vor dem traditionellen Design von 1958, während das Heck ab Modelljahr 1961 mit einem „Entenbürzel”-Styling versehen wurde und so einen Ausblick auf die im Jahr 1963 erscheinende, komplett neue, Corvette gab. Diese Besonderheiten sorgen dafür, dass die 1961er und 1962er Modelle unter Sammlern besonders begehrt sind. Außerdem steckte unter der Haube der 1962er Corvette mehr Power, dank einer Vergrößerung des Hubraums um 40 ci.

1962er Corvette
Ein Drehzahlmesser mit rotem Bereich ab 6.500 U/min gehörte zum Ausstattungspaket der 1962er Corvette mit Einspritzmotor. Per Druckknopf zwischen den Sitzen wird die Klappe entriegelt unter der das zusammengefaltete Verdeck verschwindet.

Der zuvor 283 ci große Chevrolet V8 wuchs auf 327 ci, indem man die Zylinderbohrungen um 1/8 Zoll und den Kurbelwellenhub um ¼ Zoll erweiterte. An der Spitze der Motorenpalette stand das unter dem Code RPO 582 (RPO = Regular Production Order) geführte Triebwerk mit Benzineinspritzung und 360 PS, wie es in unserem Feature Car verbaut ist. Diese „Fuelie“-Maschine hatte eine Verdichtung von 11,25:1, eine von Zora Arkus Duntov konstruierte Nockenwelle die zur Verwendung mit mechanischen Stößeln ausgelegt war und spezielle Zylinderköpfe mit größeren Einlassventilen. In Verbindung mit diesem Motor war entweder das „Powerglide“-Zweigang-Automatikgetriebe oder ein Viergang-Schaltgetriebe lieferbar. Das optionale Radio mit Transistortechnik wurde unter dem Namen „Wonder Bar“ vermarktet und 1962 gehörte erstmalig eine Heizung mit Defroster zur Serienausstattung der Corvette.

1962er Corvette
Die Heckansicht der überarbeiteten Karosserie gab einen Ausblick auf die ab 1962 produzierte zweite Corvette-Generation.

Bestzeit: 1962er Corvette

Als das Hot Rod Magazine eine 1962er Corvette mit Benzineinspritzung und eng gestuftem Viergang-Schaltgetriebe, sowie einer 4,11:1 übersetzten Hinterachse auf der Viertelmeile testete, erzielten sie eine von Bestzeit bei 14,12 Sekunden bei einer erreichten Geschwindigkeit von 103,98 mph. Anschließend montierten sie Mickey-Thompson-Reifen auf dem Testwagen und konnten die Viertelmeilenzeit auf 13,89 Sekunden drücken, sowie die Trap Speed auf 105,14 mph hochschrauben. Die „Hot Rod“-Redakteure waren schwer beeindruckt! „Als einziger Sportwagen der in diesem Land gebaut wird, ist die Corvette ein gewaltiges Gesamtpaket,“ schrieb das Magazin. „Sie kostet deutlich weniger als ausländische Autos mit vergleichbaren Fahrleistungen, die Wartung ist ein Klacks und sie zeigt sich nicht launisch im Alltagsbetrieb.“

Corvette Fuel Injection
Die Rochester Products Division des GM-Konzerns lieferte die „Ramjet“-Einspritzung. Das System funktionierte rein mechanisch und stütze sich auf Vakuum- und Druckwerte, um den Luftstrom zu bestimmen und die Kraftstoffmenge zu bemessen. Corvettes mit dem optionalen „Wonder Bar“-Radio waren mit einem Edelstahl Schutzschild über dem Verteiler und den Zündkabeln versehen um Störungen zu vermeiden.
-Anzeige-
Extreme Customs Tuning für alle Marken Felgen & Reifen | Sportfahrwerke | Sportauspuff | Chiptuning | Bodykits | Autopflege

Ebenso imponierte die Corvette Fuel Injection dem Team des „Car Life Magazine“, dem auf dem Drag Strip ein glatter 14-Sekunden-Lauf gelang. Redaktionsmitglied Jerry Titus äußerte sich wie folgt über das Auto: „Die Corvette ist eine Maschine mit einem extrem guten Handling und hinsichtlich der Performance ist die 1962er Corvette einfach fantastisch. Es ist im Hinblick auf die Beschleunigung ohne Zweifel eines der heißesten Serienautos für die Straße.“

Dank diesem Mix aus klassischem Corvette Styling und dem modernisierten Heck, dem Plus an Leistung, der erweiterten Serienausstattung, sowie attraktiven Optionen wie einer Klimaanlage oder Bremskraftverstärker, entfaltete das 1962er Modell einen eigenen Charakter. In den Chroniken wurde der Wagen zum Beispiel so beschrieben: „Die 1962er Corvette war schneller, hatte ein besseres Handling, sah hübscher aus und war deutlich moderner als die früheren Modelle. Trotzdem blieb viel vom Charme des ursprünglichen Roadster-Konzepts erhalten.

1962 war das letzte Modelljahr in denen Corvettes mit einem Kofferaumdeckel ausgestattet waren, erst mit der C3 Collector’s Edition feierte die Heckklappe ihr Comeback. Elektrische Fensterheber kosteten 59,20 Aufpreis, 995 von 14.531 im Modelljahr 1962 gebauten Corvettes waren mit dieser Option ausgerüstet.

Bei Chevrolet war man ebenfalls sehr angetan von der 1962er Corvette, denn am Ende der Produktionszeit waren 14.351 Einheiten vom Band gelaufen. Ein absoluter Verkaufsrekord, der eine Steigerung von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Die damit eingetretene Situation, dass die Corvette sich als profitabel für die Chervolet Division erwies, war eine äußerst erfreuliche Nachricht. Sie stellte sicher, dass „America’s Sports Car“ in den folgenden Jahren so richtig in Schwung kommen würde!

Text & Fotos: James Maxwell

Corvette C1
Charakteristisch für die letzten beiden C1-Jahrgänge ist das „Entenbürzel“-Heck, 1962 entfielen die Chromeinfassungen der „Coves“ genannten Einbuchtungen an den Flanken.

1962er Chevrolet Corvette Fuel Injection

Motor: „RPO 582“ OHV-V8, 327 ci, 5.359 ccm, 360 PS bei 6.200 U/min, 477 Nm bei 4.000 u/min, Bohrung x Hub in mm 101,6 x 82,6, Verdichtung 11,25;1, „461“-Zylinderköpfe mit 1,94″-Einlassventilen, mechanische Rochester Benzineinspritzung
Kraftübertragung: Viergang-Schaltgetriebe mit Hurst Shifter, Hinterradantrieb
Vorderachse: Einzelradaufhängung an oberen und unteren Querlenkern, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator
Hinterachse: Starrachse an Blattfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator
Bremsen: Trommelbremsen rundum
Räder: Stahlräder mit Radkappen in 5 x 15″
Reifen: Michelin “ Symmetry“ mit Weißwandstreifen in 205/75R15

Auch interessant: 1969er Chevrolet Camaro Yenko