Ford Mustang Shelby GT350 H

1969er Ford Mustang Shelby GT350 H

Rent a Racer

Seltener Hertz-Mustang: 1969er Ford Mustang Shelby GT350 H

Beim Hertz Mustang denken die meisten an die schwarzen Pony Cars mit goldenen Streifen aus dem 1966er Modelljahr – die 1968er und `69er Modelle sind hingegen kaum bekannt.

Ford Mustang Black Jade
Das hier gezeigte Modell kommt in „Black Jade“ mit kontrastierenden Seitenstreifen in Gold.

Die ersten Shelby Mustang GT350 gab es nur in einer Farbe: Wimbledon White, akzentuiert durch  Schweller Streifen in Guardsman Blue. Der 1965er GT350 zeichnete sich durch eine Reihe zusätzlicher äußerer Details aus, darunter u.a. die neue Front, eine funktionelle Haubenhutze und 15-Zoll-Räder – und unter der Haube steckte der 289-ci „K-Code“-V8-Motor mit 306 PS.

Beim 1966er Modell hat man das Wort Mustang vollständig aus seinem Namen gestrichen, und es wurden auch einige andere äußere Änderungen vorgenommen. Dafür gab es besondere Modelle mit dem Appendix H. Das H beim GT 350 H stand für die Autovermietung Hertz. Um die Verkäufe des GT 350 zu erhöhen wollte, wandte sich Peyton Cramer, General Manager von Shelby, an Hertz, und die Mietwagenfirma beauftragte Shelby mit dem Bau von 1.001 Shelby GT350 H für sein „Rent-a-Racers“-Mietwagen-Programm. Die GT350 H Modelle waren bis auf ihre charakteristische Lackierung in Schwarz mit goldenen Le Mans Streifen mit den GT350 identisch.

Ansichten 1969er Ford Mustang Shelby GT350 H
Die Rücklichter des 1965er Ford Thunderbird unterscheiden die Shelby GT350 Modelle.

1969 hatte Hertz 152 Shelby GT350 H als Mietwagen eingekauft

Detailaufnahme Ford Mustang
Im Gegensatz zu den schwarz-goldenen 1966er Modellen wurden die 1969er Modelle in keiner besonderen Optik bestellt.

Den GT350 H konnten nur Mitglieder des Hertz Sports Car Club, die 25 Jahre oder älter waren, mieten. Die Kosten lagen bei 17 US-Dollar pro Tag und 17 Cent pro Meile. Das war für die damalige Zeit ziemlich viel, aber für die meisten war dies eine Gelegenheit, auf dem Fahrersitz eines leistungsstarken Fahrzeugs zu sitzen – der Kaufpreis eines solches Modells lag es möglicherweise außerhalb ihres Budgets. Das sah nach dem Auslauf des Programms anders aus. Denn dann gab die Hertz Rental Car Company die GT350 H an Ford zurück und die Mietwagen wurden an Kunden verkauft.

Was die meisten US-Car Fans sicher nicht wussten, ist, dass Shelby versuchte, Hertz zu einer Fortsetzung des Programms mit dem 1967er Modell zu überzeugen. Der Autovermieter kaufte erst ab 1968 wieder Shelby Mustangs ein – allerdings wurden nur 252 GT350 H-Fahrzeuge in die Hertz-Flotte in keiner speziellen Farbkombination übernommen. Für das Jahr 1969 wurde die Vereinbarung verlängert, aber nur noch 152 Shelbys als Mietwagen eingekauft.

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Motor 1969er Ford Mustang Shelby GT350 H
Unter der Haube steckt ein 351 ci „Cleveland“ V8, der an ein FMX Cruise-O-Matic-Getriebe gekoppelt ist.

Dieser Shelby GT350 H wurde im April 1969 gebaut und an Rons Ford Sales in Bristol, Tennessee, ausgeliefert. Das Auto ist in „Black Jade“ mit kontrastierenden Seitenstreifen in Gold ausgeführt. Es wurde mit einem 351 ci „Cleveland“ V8 und Optionen wie FMX Cruise-O-Matic-Getriebe, Traction-Lok-Differential, Servolenkung, Scheibenbremsen vorne ausgeliefert.

Anstelle von Stahlrädern erhielten die 1969er Shelby 15“ große Fünfspeichenfelgen, die mit  Goodyear E-70×15 oder wie hier optionalen F60-15 Reifen bestückt waren.

Die Front fällt durch seinen schwarzen Grill mit Shelby-Logo und umlaufender Chromleiste auf, darunter waren Lucas-Fahrlichter angebracht. Die Shelby-Haube hat vertiefte Lufteinlässe bekommen. An den Seiten verlaufen goldene Streifen über die gesamte Länge des Autos. Am Heck lassen sich die Shelby Modelle durch die Rücklichtern des 1965er Ford Thunderbird unterscheiden.

Ford Mustang Interior
Die schwarze Innenausstattung kommt mit Schalensitzen mit hoher Rückenlehne, einem mit  Holz-Lenkrad und einer Mittelkonsole als Teil der Deluxe-Mustang-Ausstattung.

Die Innenausstattung war in Schwarz, Weiß und Rot mit Schalensitzen mit hoher Rückenlehne, einem Holz Lenkrad und einer Mittelkonsole als Teil der Deluxe-Mustang-Ausstattung erhältlich. Die Türverkleidungen und das Armaturenbrett hatten Holz-Imitat-Einsätze.

Der GT350 H wurde mit Selectaire-Klimaanlage, getöntem Glas, Deluxe-Sicherheitsgurten, verstellbaren Lenkrad, AM-Radio und Cockpit mit kombinierten Drehzahlmesser / Trip-Zähler ausgeliefert. Und genau dieser zeigt heute gerade einmal 18.000 Meilen an. Der GT350 H präsentiert sich –  bis auf eine Neulackierung in seiner Originalfarbe – im Originalzustand. Bemerkenswert ist auch die dokumentierte Geschichte dieses Autos, die für einen ehemaligen „Rent-a-Racer“ eine erhebliche Seltenheit darstellt. Auf der RM Sotheby‘s Auktion im kalifornischen Monterey erzielte der 1969er Ford Mustang Shelby GT350 H einen Preis von 98.000 US-Dollar.

Text: Thomas Frankenstein
Fotos: Karissa Hosek/RM Sotheby’s

1969er Ford Mustang Shelby GT350 H

Motor: OHV-V8, 351 ci, 5.751 ccm, 290 PS bei 4.800 U/min, Verdichtung 10.7 :1, Vierfach-Vergaser, Doppelrohr-Auspuffanlage
Kraftübertragung: Dreistufen-Automatikgetriebe, Heckantrieb
Vorderachse: Einzelradaufhängung, Federbeine, Stabilisator, Scheibenbremsen
Hinterachse: Starrachse, Blattfedern, Gasdruckdämpfer, Stabilisator, Trommelbremsen
Räder: 15“-Fünfspeichenfelgen mit Firestone Wide Oval in F60-15Traction-Lok-Differential
Produzierte Stückzahl (1969): 152
Preis (1969): 5.231,27  Dollar

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