1982er Ford Mustang GT

1982er Ford Mustang GT

Performance Renaissance

Mit dem ’82er Mustang GT kamen die Pony Cars endlich wieder in Form!

Wie der Lokalrivale Chevrolet befreite sich auch die Ford Motor Company 1982 endgültig von den Zwängen der Malaise-Ära. 1979, mit der Einführung des ersten Mustang auf Basis der neuen Fox-Plattform, wagte man einen zaghaften Schritt nach vorn. Da es in Detroit keine Geheimnisse gibt, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass in der Gegend immer wieder mehr oder weniger gut getarnte Prototypen unterwegs sind, wussten die Ford-Ingenieure, dass GM zu dieser Zeit die dritte Generation des Chevrolet Camaro und des Pontiac Firebird vorbereitete, die wahrscheinlich im Herbst 1981 als völlig neue ’82er Modelleingeführt werden sollten.

Ford Mustang GT
Der Mustang GT war nur mit der 3-türigen Schrägheck-Karosserie erhältlich.

Auch wenn es heute, 40 Jahre in der Zukunft, fast schon komisch anmutet, wurde der 157 PS starke „High Output“-V8 des 1982er Ford Mustang GT 5.0 HO als eine große Sache angekündigt. Andererseits hatte auch ein Ferrari 308 GTSi von 1980 nur 240 Pferdestärken. Aber es waren eben andere Zeiten und die Fahrleistungen des 1982er Ford Mustang GT mit dem 5.0 HO waren damals durchaus respektabel: mit seinen heute fast lächerlichen 157 PS, die mithilfe eines einen Zweifachvergasers erzeugt wurden, und einem Drehmoment von 325 Nm bei einer Drehzahl von nur 2.400 U/min konnte den Mustang GT in weniger als acht Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen und erreichte mit dem optionalen Viergang-Schaltgetriebe eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. All das war damals so denkwürdig, dass die Anzeigen in den US-Automobilmagazinen wie „Motor Trend“ und „Car and Driver“ verkündeten, der „Boss sei zurück“. Und vielleicht war da sogar etwas dran.

Wie sein Konkurrent, der Camaro Z/28, brachte der Mustang GT frischen Wind in die Autoindustrie. Die Mittelklasse-Fox-Plattform, auf welcher der Mustang basierte, bot großes Potenzial, da es sich um eine moderne Leichtbau-Plattform handelte. Ursprünglich war die Einführung für die Jahresmitte geplant, doch die Begeisterung für das Projekt im Ford-Hauptquartier in Dearborn führte dazu, dass das Programm beschleunigt wurde und Job 1 im Oktober 1981 vom Band rollte. Nur wenige Wochen zuvor waren die Mainstream-Mustang-Varianten im Rahmen der damals üblichen Einführung des neuen Modelljahres im September in den Ford-Showrooms angekommen.

1982er Mustang GT
Als drehmomentstark und zuverlässig gelten die 331-ci-Stroker auf 302-Basis, je nach Auslegung sind 420 bis 480 PS drin.

Besonders bemerkenswert war die Wiedereinführung des 302-ci-V8-Motors, der 30 PS mehr leistete als die Version, die beim letzten Mustang II von 1978 zwischen den Stoßdämpferdomen saß Im Jahr 1982 ersetzte er den schwachbrüstigen 255-Kubikzoll-V8, der von 1979 bis 1981 in den Mustangs angeboten wurde. Mit der Einführung des 1982er GT-Modells hatte Ford einen neuen Imageträger an der Spitze der Mustang-Modellpalette.

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Zum Zeitpunkt seiner Einführung war der Motor, der nun wie alle Ford-Triebwerke blau lackiert war und die Bezeichnung 302 HO (für High Output) trug, im Paket mit einigen obligatorischen Extras für jeden 1982er Mustang erhältlich. Gleiches galt für sein Mercury-Pendant, den Capri. Außer dem Motor gehörten das SROD-Viergang-Schaltgetriebe (Single-Rail-Overdrive), eine 3,08:1 übersetzte Traction-Lok-Hinterachse, Servolenkung, Scheibenbremsen vorn und ein sportlicheres Fahrwerk zu dem Ausstattungspaket. Das GT-Modell war nur als dreitüriges Schrägheckcoupe erhältlich.

Der 1982er Ford Mustang GT hat auch im Innenraum einiges zu bieten

Innenraum Mustang GT
AutoMeter-Instrumente ersetzten die originalen Armaturen, Sportlenkrad und Halbschalensitze sorgen für sportliches Flair im Innenraum. Ein Hurst Shifter ist genau das Richtige um die Zahnradpaare im Tremec-Fünfganggetriebe zu dirigieren.
Ford GT
Nicht vom fliegenden Aufschneider auf dem Baumarktparkplatz: das Flip-up-Glasdach ist eine Ford-Werksoption.

Im Innenraum boten die Mustang GT-Modelle Recaro-Schalensitze und bei den meisten Wagen saß in der damaligen Vor-CD-Ära ein AM/FM-Kassettengerät in der Mittelkonsole, das mit dem Premium-Sound-System von Ford (mit separatem Verstärker und verbesserten Lautsprechern) kombiniert war. Für die damalige Zeit galt der Innenraum des GT-Modells somit als gut ausgestattet. Im Vergleich zu den Cobra-Topmodellen der Jahre 1979-1981, die der Mustang GT ersetzte, hatte dieser eine viel „europäischere“ Anmutung. Als der Mustang GT 1982 auf den Markt kam, kostete er rund 12.000 Dollar (37.000 Dollar in heutigen Dollars oder 35.000 Euro). Für damalige Verhältnisse war der 1982er Ford Mustang mit 302er-Motor ein echtes Schnäppchen. Der Boss war wieder da, und zwar mit voller Wucht.

Spulen wir vor in die Jetztzeit, vier Jahrzehnte später. Der hier abgebildete 1982er Ford Mustang GT gehört Brian Bond und wurde ursprünglich auf der Facebook-Seite meines Kollegen Keith Keplinger, THE TWO PAGE SPREAD, vorgestellt. Er repräsentiert die Art und Weise, nach der viele Fox-Mustangs im Laufe der letzten vier Jahrzehnte modifiziert und aufgerüstet wurden, weit entfernt davon, wie sie seinerzeit die Fließbänder in Dearborn, Michigan, oder San Jose, Kalifornien, verließen.

80er Jahre Mustang
Die klassischen American-Racing-Räder stehen dem Mustang sehr gut, Brian plant dennoch demnächst ein Update.

„Meine Liebe zu Mustangs begann vor 40 Jahren, als mein älterer Bruder seinen erstes Pony Car bekam. Mein erster Mustang war ein 1986er Modell, das mein Vater und ich gemeinsam restaurierten.“, schildert Brian, „Im Laufe der Jahre habe ich eine ganze Sammlung von Mustangs aus den Jahren 1979 bis 1993 besessen. Meine Begeisterung für den vieräugigen Mustang hat mich dazu gebracht, diesen Mustang GT von 1982 zu kaufen.“

Das Hatchback-Coupe ist mit einem 331-ci-Stroker-Motor mit Aluminiumköpfen, einem Holley-‚750 HP‘-Vergaser, BBK-Shorty-Headers, MSD-Zündanlage, Taylor-Zündkabeln, TREMEC-T5-Getriebe, Magnaflow-Auspuff, 4,10er Hinterachse und Scheibenbremsen rundum mit Fünfloch-Anbindung ausgerüstet. Im Innenraum wurden alle Originalinstrumente durch AutoMeter-Anzeigen mit weißen Zifferblättern ersetzt. Demnächst möchte Brian dem Eighties Classic aber noch seinen eigenen Stempel aufdrücken: „Vor etwa einem Jahr habe ich den Mustang in Gainesville, Florida gekauft. Ich habe vor einen Coyoyte-5.0-V8 einzubauen und einen moderneren Satz Räder zu montieren, um den Wagen meinem Geschmack anzupassen. Mit diesen Modifikationen sollte der Mustang bei Shows und Cruise-Ins angenehmer zu fahren sein.“

Details: Ford Mustang GT
More about the Details: Dem tatsächlichen Hubraum wurde die Plakette am Kotflügel angepasst.

Brians Begeisterung für sein Lieblingsauto ist typisch für amerikanische Mustang-Enthusiasten. Mehr als 2.603.339 Fox-Body Mustangs wurden während der 11-jährigen Produktionszeit gebaut, von denen ein großer Teil die Jahre überlebt hat. Während viele im Originalzustand geblieben sind, dienen sie andererseits oft, wie in Brians Fall, als Plattform für individuelle Umbauten. Und so kommt es, dass die Pony-Car-Besitzer dank des gigantischen Zubehör-und Tuningteile-Angebots für den Mustang selten wirklich mit ihren Projekten fertig sind: Es gibt immer noch eine weitere Modifikation zu erledigen oder ein Upgrade fertigzustellen. Das war 1982 schon so und ist bis heute so geblieben!

Text: Richard Truesdell, Brian Bond
Fotos: Keith Keplinger

 

1982er Ford Mustang GT

Motor: Ford OHV-V8 (Stroker auf 302-Basis), 331 ci, 5.424 ccm, circa 450 PS, Bohrung x Hub in mm: 102,4 x 82,6, Holley 750 HP Vergaser, MSD-Zündanlage, Taylor-Zündkabel, Magnaflow-Auspuff
Kraftübertragung: Fünfgang-Schaltgetriebe Tremec T5, Hinterradantrieb, Achsübersetzung 4,10:1
Vorderachse: Einzelradaufhängung an modifizierten McPherson-Federbeinen, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator, Zahnstangenlenkung
Hinterachse: Starrachse an Vierlenker-Aufhängung, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator
Bremsen: innenbelüftete Scheibenbremsen vorn / Trommelbremsen hinten
Räder: American Racing „Torq Thrust II“ in 17″
Reifen: Fuzion „ZRI“ in 17″
Interieur: Auto-Meter-Instrumente mit weißen Zifferblättern, Grant Sportlenkrad, Hurst Shifter; Halbschalen-Sportsitze

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