50 Jahre Plymouth Superbird

1970er Plymouth Superbird

Rückblick: 1970er Plymouth Superbird

50 Jahre Plymouth Road Runner Superbird

Während der NASCAR-Saison 1969 debütierte der Dodge Charger Daytona – ein mit riesigem Heckflügel und aerodynamischer Front ausgestatteter Charger Rennwagen. Er war zwar schneller als der Charger 500, aber es war zu spät, Ford zu schlagen. Für 1970 kehrte die Chrysler Corporation mit einem anderen“ geflügelten Rennwagen“, der auf dem Plymouth Road Runner basierte, zurück.

Superbird
Alle Serien-Super Birds kamen in den schrillen „High-Impact-Colors“, hatten Vinyl-Dächer und eine aerodynamischen Heckscheibe
Plymouth Superbird Interieur
Im Inneren unterschieden sich die Superbirds nicht von dem Road Runner.

Auf dem Weg zur Renn-Ikone

In den späten 1960er Jahren erkannten die Chrysler-Ingenieure, dass reine Leistung nicht mehr ausreicht, um Rennen zu gewinnen. Der bekannte NASCAR Rennfahrer Richard Petty hat in der Saison 1968 in seinem Plymouth Satellite mit Hemi-Antrieb viele Rennen gewonnen, aber der aerodynamisch fortschrittliche Ford Torino verleitete Petty 1969 zum Umstieg auf das Ford-Lager. Mit dem 1970er Plymouth Superbird wollte Chrysler Richard Petty wieder zurückholen. Es gelang und er gewann zwar nicht die Meisterschaft in der NASCAR-Saison 1970, aber der markante Superbird mit seiner abgeschrägten Nase und dem riesigen Heckflügel wurde zu einer Renn-Ikone.

1970er Plymouth Superbird
Im Gegensatz zum 1969er Dodge Charger Daytona (XX29 statt XP29) lässt sich der Super Bird nicht so einfach an der Fahrgestellnummer erkennen, diese beginnt immer mit RM23…, auch das Fender Tag gibt darüber leider keine Auskunft.

Die Ingenieure nutzten die Erfahrungen mit Daytona und arbeiteten mit dem Road Runner, der selbst eine schnörkellose Performance-Version des Satellite ist. Obwohl der Superbird auf den ersten Blick ein Zwilling des Charger Daytona ist, waren die aerodynamischen Teile des Superbird einzigartig und speziell für die 1970er Plymouth Belvedere / Road Runner-Karosserie entwickelt worden. Um aber Kosten zu sparen, war die verlängerte Metallfront beim Superbird an den vorderen Kotflügeln und an einer verlängerten Motorhaube des 1970er Dodge Coronet angebracht.

Alle Serien-Superbirds kamen in den schrillen „High-Impact-Colors“ und trugen Vinyl-Dächer, um die Schweißnähte zu verbergen, die durch den Einbau der aerodynamischen Heckscheibe entstanden waren. Wie beim Charger Daytona erfüllten die nach hinten gerichteten Lufthutzen auf den vorderen Kotflügeln nur in den Rennversionen einen Zweck: Sie ermöglichten das Schneiden der Kotflügel-Oberseiten, um genügend Platz für die großen Reifen zu schaffen.

Superbird
Der Nasen-Konus bestand aus Metall mit Glasfaser-Wannen für die Klappscheinwerfer.
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Als ob ein Auto mit einem riesigen Heckflügel (24“ = 61 cm) und einer windkanalförmigen Schnauze und Klappscheinwerfern nicht genug wäre, fügte Plymouth aus den Cartoons bekannte Road Runner-Grafiken, matt-schwarze Aufkleber auf der Nase und „Plymouth“-Aufkleber in Plakatgröße an den hinteren Seitenteilen hinzu.

Während die Rennwagen mit dem 7,0-Liter Hemi ausgestattet waren, standen für die Straßenversionen drei Motor-Optionen zur Verfügung, ein 426 Hemi (425 PS), ein 440 Super Commando mit Vierfachvergaser (375 PS) und ein 440 Super Commando Sixpack mit drei Doppel-Vergasern (390 PS). Die meisten produzierten Superbirds waren mit dem 440-ci-V8-Motor „Super Commando“ (4V) ausgestattet. Nur 135 Modelle wurden vom 426-ci-Hemi angetrieben, davon 58 waren mit Viergang-Schaltgetriebe ausgestattet.

Die NASCAR hatte die Anforderungen für die Homologation erhöht und nicht 500, sondern einen pro zwei Händler in den USA verlangt. Für Plymouth bedeutete dies 1.920 Autos für öffentliche Straßen. Wie viele der Superbirds genau gefertigt wurden, ist leider nicht dokumentiert, die besten Schätzungen gehen von insgesamt 1.935 Autos aus.

Plymouth Superbird
Während die Rennwagen mit dem 7,0-Liter Hemi ausgestattet waren, standen für die Straßenversionen drei Motor-Optionen zur Verfügung.

Für die Saison 1971 nahm NASCAR Regeländerungen vor, die die „geflügelten Krieger“ so gut wie überflüssig machten. Die Rennserie wurde langsamer und trat von den halsbrecherischen Höchstgeschwindigkeiten weit über 200 Meilen pro Stunde zurück, die an Orten wie Talladega und Daytona erreicht wurden.

Trotz der NASCAR-Erfolge, der beeindruckenden Präsenz und der hohen Leistung waren die Verkäufe von des Supebird Homologationsmodell aufgrund der dramatisch steigenden Versicherungstarife und der Benzinpreise jedoch rückläufig. Einige der Straßenversionen wurden sogar wieder zu Road Runnern umgebaut, um sie verkaufsfähiger zu machen. Heute sind jedoch alle Daytonas und Superbirds wertvolle Sammlerstücke, die für ihre Seltenheit und als Symbole für diese Zeit geschätzt werden.

Text: Thomas Frankenstein
Fotos: RM Sothebys, Archiv

1970er Plymouth Super Bird

Motor: OHV-V8, 426 ci, 425 PS bei 5.000 U/min, Vierfachvergaser; 440 ci, 375 PS bei 4.600 U/min,  Vierfachvergaser; 440 ci, 390 PS bei 4.700 U/min, drei Doppelvergaser
Kraftübertragung: Viergang-Schaltgetriebe (A833) od. Dreistufen-Automatikgetriebe /TF-727), Heckantrieb
Fahrwerk: Vorne Einzelradaufhängung, Drehstabfederung, Öldruckdämpfer, Scheibenbremsen; Hinten Starrachse, Blattfedern, Öldruckdämpfer, Trommelbremsen
Räder: 15“ Stahlfelgen mit F60-15 Reifen
Stückzahl: 1.935
Preis:  ab 4.298 Dollar

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