Fahrbericht: Jeep Cherokee 2.2l MultiJet Overland

Jeep Cherokee MultiJet Overland

OVER(priced)LAND // Jeep Cherokee MultiJet Overland

Fahrbericht

CHROM & FLAMMEN fuhr den facegelifteten Jeep Cherokee mit dem neuen 195 PS starken 2,2-Liter-Diesel, Allradantrieb und Neungang-Automatik in der Top-Ausstattung Overland.

Der Mittelklasse-SUV gefällt durch seinen authentischeren Look auf Anhieb. Denn Jeep hat die etwas gewöhnungsbedürftige Front des Cherokee mit der Überarbeitung deutlich gefälliger gemacht. Doch im weiten Feld der SUVs fällt der Cherokee leider nicht mehr so auf wie noch zu XJ- (oder KJ-) Zeiten. Einzig der Streben-Grill macht den Cherokee optisch auf Anhieb als Jeep erkennbar.

Jeep Cherokee MultiJet Overland

Jeep Cherokee MultiJet OverlandRedesign: Jeep Cherokee MultiJet Overland

Die Neugestaltung entscheidender Karosseriebereiche verleiht dem neuen Jeep Cherokee ein moderneres Erscheinungsbild. Insbesondere die Front mit LED-Hauptscheinwerfern, Tagfahrleuchten sowie in helle Rahmen eingefasste Nebelleuchten hat gewonnen. Auch das Heck gefällt vor allem durch das Kennzeichen auf der Heckklappe anstelle im Stoßfänger und der fehlenden unteren Leuchten. Die aufpreispflichtige Lackierung in Pearl White fällt leider durch – da die unterschiedliche Bauteilen immer in einem anderen Weiß-Ton erscheinen.

Die neue, typische „Wasserfall“-Motorhaube mit dem angeformten Grill besteht jetzt aus einer leichten Aluminiumstruktur, was allerdings für Schweißausbruch und einen kurzfristigen Not-Halt auf dem Seitenstreifen sorgte – denn die Haube flattert so stark, dass man meinen könnte sie wäre nicht verschlossen.

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Unter der „leichten“ Haube steckt ein agiler 2,2-Liter-Diesel mit 195 PS, den wir schon aus dem Jeep Wrangler (siehe CHROM & FLAMMEN Ausgabe 7/19) kennen. Akustisch hält sich der Selbstzünder dezent im Hintergrund – kling aber recht kernig. Auch mit der modernen Neungang-Automatik harmoniert der Diesel sehr gut. Die gemeinsam mit dem deutschen Getriebespezialisten ZF entwickelte Automatik überträgt in der Regel die Kraft an die Vorderachse. In der Allrad-Version gibt es auch eine zuschaltbare Untersetzung für schweres Gelände und vier Fahrprogramme (Auto, Snow, Sport und Sand/Mud).

Das Fahrwerk des Jeep Cherokee schlägt sich bei schnell gefahrenen Kurven brilliant  und die Lenkung gibt ausreichend Rückmeldung. Allerdings gibt das Fahrwerk leider bei höherer Geschwindigkeit auf holprigen Straßen ein oder andere Stöße recht deutlich an die Insassen weiter, was aber dank der sehr bequemen Sitze weniger negativ auffällt.

Jeep Cherokee MultiJet Overland

Der ebenfalls modernisierte Innenraum des Jeep Cherokee erhält frische und elegante Details sowie mehr Komfort und Funktionalität, dazu gibt es zahlreiche Assistenzsysteme an Bord, inklusive adaptive Cruise Control mit Abstandsregelung und Stopp&Go-Funktion, aktivem Kollisionswarner mit Fußgänger-Notbremsung, Spurhalte- und Querverkehrerkennung-Assistenten.

Das „Uconnect“-Infotainment wurde ebenfalls aufgewertet und so läuft u.a. Apple CarPlay oder Android Auto auf dem Gerät mit Touchscreen, was wunderbar funktioniert! Allerdings ist uns die Bedienung für das System sowie die Klima- und Heizungsregelung viel zu tief positioniert. Die darüber liegenden Schalter hätten (mit Ausnahme des Warnblinkschalters) nach unten gekonnt. Das exzellente Sound-System mit großem Subwoofer im Kofferaum liefert im Surround-Modus einen ausgewogenen Klang mit beeindruckender Intensität. Der Kofferaum ist durch eine elektrische Klappe zugänglich, fasst jetzt mit 570 Liter Volumen rund 70 Liter mehr Volumen, hat aber leider SUV-typisch hohe Ladekante.

Fazit

Der neue Cherokee gefällt! Der Preis jedoch nicht … Dennoch eine gute Alternative zu den (noch teureren) Premium-SUVs Q5, X3 und GLC.

Text & Fotos: Thomas Frankenstein

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